Japan-Rundreisen 2026: Die besten Angebote entdecken
Zusammenfassung
Japan ist ein Land faszinierender Kontraste, in dem hochmoderne Metropolen auf jahrhundertealte Traditionen treffen. Von den leuchtenden Wolkenkratzern Tokios bis zu den ruhigen Zen-Gärten Kyotos bietet das Land der aufgehenden Sonne Reisenden unvergessliche Erlebnisse. Eine gut geplante Rundreise ermöglicht es, die Vielfalt dieses außergewöhnlichen Landes zu entdecken. Ob Sie zum ersten Mal nach Japan reisen oder bereits die Klassiker kennen, die richtige Route macht den Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Urlaub aus. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die besten Rundreisen vor und zeigen, warum Reisen nach Japan so vielfältig und einzigartig sind – von der bewährten Golden Route bis zu versteckten Perlen im Norden und Süden des Landes.
Unsere Top-Rundreisen in Japan
1. Rundreise in Eigenregie: Japan in Ihrem Tempo in 15 bis 19 Nächten

Diese individuell gestaltbare Rundreise bietet maximale Flexibilität für Reisende, die Japan in ihrem eigenen Rhythmus entdecken möchten. Die Route führt Sie durch die Highlights des Landes – von der pulsierenden Hauptstadt Tokio über die heißen Quellen Hakones am Fuße des Mount Fuji bis in die Kulturhauptstadt Kyoto. Je nach gewählter Dauer erkunden Sie zusätzlich Hiroshima mit seiner bewegenden Friedensbotschaft und der berühmten Insel Miyajima sowie Okayama mit seinem prächtigen Korakuen-Garten. Die Reise beinhaltet geführte Touren in Tokio, Kyoto und Nara, sodass Sie tiefe Einblicke in die japanische Geschichte und Kultur erhalten. Ein besonderes Highlight ist die authentische Übernachtung in einem traditionellen Ryokan am Mount Fuji, wo Sie die japanische Gastfreundschaft hautnah erleben. Mit dem Japan Rail Pass reisen Sie bequem und flexibel zwischen den Stationen.
2. Spannende Rundreise durch Japan 8, 10, 12 oder 14 Nächte

Diese klassische Rundreise verbindet die drei großen japanischen Städte Tokio, Kyoto und die versteckte Perle Kanazawa zu einem perfekt ausbalancierten Reiseerlebnis. Die Reise beginnt in Tokio, wo Sie die ultramoderne Seite Japans kennenlernen, führt Sie dann nach Hakone-Mount Fuji für ein unvergessliches Naturerlebnis und weiter nach Kyoto, der ehemaligen Hauptstadt mit ihren unzähligen Tempeln und Schreinen. Bei den längeren Varianten entdecken Sie zudem die Japanischen Alpen mit Übernachtungen in Takayama und Kanazawa, zwei Städten, die die traditionelle Seite Japans bewahrt haben. Besonders wertvoll ist die komplette Reisebroschüre, die Sie bereits 20 Tage vor Abreise erhalten und die Ihren Japan Rail Pass, Flughafentransfer-Tickets, Stadtpläne und Touristenbroschüren enthält. Die Übernachtung in einem hochwertigen Ryokan am Fuße des Fuji gehört zu den Höhepunkten dieser sorgfältig zusammengestellten Rundreise.
3. Autotour Die Highlights von Japan in 12 Nächten

Für Reisende, die maximale Unabhängigkeit schätzen, bietet diese Autotour eine einzigartige Möglichkeit, Japan zu entdecken. Die Route führt von Tokio über Himeji, Hiroshima und das malerische Iya-Tal bis nach Takamatsu und schließlich Kyoto. Der Mietwagen ermöglicht es Ihnen, abgelegene Naturschönheiten zu erreichen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zugänglich sind – wie die atemberaubende Shimanami Kaido Straße, die über mehrere Inseln führt, oder das mystische Iya-Tal mit seinen Hängebrücken und grünen Bergen. Die Reise verbindet Kultur und Natur in perfekter Harmonie: Besuchen Sie die prächtige Burg von Himeji, den bewegenden Friedenspark in Hiroshima, die heilige Insel Miyajima und die spektakulären Gärten von Takamatsu. Mit sechs Tagen Mietwagen ab Himeji bis zur Rückgabe in Kyoto genießen Sie absolute Flexibilität bei der Gestaltung Ihrer Tagesetappen.
4. Japan zwischen Städtetrip und Auszeit in der Natur - 3* oder 4* Rundreise

Diese flexible Rundreise bietet verschiedene Dauervarianten von 7 bis 15 Nächten und ermöglicht es Ihnen, das Tempo Ihrer Japanreise selbst zu bestimmen. Die Route verbindet die elektrisierende Megastadt Tokio mit der kulturellen Schatzkammer Kyoto, der traditionellen Stadt Kanazawa am Japanischen Meer und optional den malerischen Japanischen Alpen mit Aufenthalt in Takayama. Ein besonderes Highlight ist die inbegriffene Abendführung durch das Geisha-Viertel von Kyoto, bei der Sie in die faszinierende Welt der traditionellen Unterhaltungskunst eintauchen. Die authentische Übernachtung in einem Ryokan in Hakone am Mount Fuji mit traditionellem Abendessen und Frühstück gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen dieser Reise. Sie können zwischen 3*- und 4*-Hotels wählen, je nach gewünschtem Komfortniveau. Der Japan Rail Pass ist für die entsprechende Reisedauer inbegriffen und ermöglicht bequeme Fahrten mit dem legendären Shinkansen-Schnellzug zwischen den Stationen.
Eine Japan-Rundreise planen: Welcher Reisetyp sind Sie?
Japan ist ein Land unglaublicher Vielfalt, das unterschiedlichste Reiseerlebnisse bietet. Bevor Sie Ihre ideale Rundreise auswählen, sollten Sie sich überlegen, welche Aspekte Japans Sie am meisten faszinieren. Sind Sie ein Kulturliebhaber, der die unzähligen Tempel und Schreine erkunden möchte? Dann werden Sie in Kyoto mit seinen mehr als 2.000 buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen Ihr Paradies finden. Hier können Sie den goldenen Pavillon Kinkakuji bewundern, durch die tausenden roten Torii-Tore des Fushimi Inari-Schreins wandern oder an einer authentischen Teezeremonie teilnehmen.
Vielleicht sind Sie aber auch ein Naturliebhaber, der die spektakulären Landschaften Japans erleben möchte. In diesem Fall sollten Sie unbedingt die Region um den Mount Fuji besuchen, wo Sie in heißen Quellen entspannen können, während Sie den Blick auf den heiligen Berg genießen. Die Japanischen Alpen bieten atemberaubende Bergpanoramen, traditionelle Dörfer wie Shirakawa-go mit seinen strohgedeckten Häusern und hervorragende Wandermöglichkeiten. Im hohen Norden lockt Hokkaido mit unberührter Wildnis, Vulkanlandschaften und im Winter mit erstklassigen Skigebieten.
Für Modernität und urbane Energie steht Tokio wie keine andere Stadt. Die japanische Hauptstadt ist ein faszinierendes Kaleidoskop aus Wolkenkratzern, Leuchtreklamen, winzigen Bars in versteckten Gassen und ruhigen Parks. Hier können Sie die neuesten technologischen Trends erleben, exzellent einkaufen und in einem der unzähligen Restaurants von Sterneküche bis Straßenessen alles probieren. Das Viertel Shibuya mit seiner berühmten Kreuzung verkörpert die pulsierende Energie der Megacity, während der Meiji-Schrein mitten im Stadtpark zeigt, wie Tradition und Moderne in Japan harmonisch koexistieren.
Gastronomie-Enthusiasten kommen in Japan besonders auf ihre Kosten. Das Land bietet weit mehr als Sushi und Ramen. In Osaka, der kulinarischen Hauptstadt Japans, können Sie sich durch die Street-Food-Szene probieren – von Takoyaki (Tintenfischbällchen) bis Okonomiyaki (herzhafte Pfannkuchen). Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten: Hida-Rindfleisch in Takayama, Kaiseki-Menüs in Kyoto-Ryokans oder frische Meeresfrüchte auf den Fischmärkten. Die japanische Esskultur ist tief in Tradition verwurzelt und gleichzeitig innovativ – eine perfekte Metapher für das gesamte Land.
Der Klassiker (10–14 Tage): Die „Golden Route" für Erstbesucher
Tokyo: Die Megacity zwischen Wolkenkratzern und Tempeln
Tokio ist der ideale Ausgangspunkt für Ihre Japan-Rundreise und bietet einen perfekten Einstieg in die faszinierende Mischung aus Ultramoderne und Tradition. Die japanische Hauptstadt ist mit über 37 Millionen Einwohnern im Großraum eine der größten Metropolregionen der Welt, und die schiere Größe kann zunächst überwältigend wirken. Beginnen Sie Ihre Erkundung im Stadtteil Asakusa, dem traditionellen Herzen Tokios. Hier steht der prächtige Senso-ji-Tempel, Tokios ältester buddhistischer Tempel, dessen imposantes Donnertor Kaminarimon von einer riesigen roten Laterne gekrönt wird. Die Nakamise-Einkaufsstraße, die zum Tempel führt, bietet traditionelle Souvenirs und Snacks.
Der Kontrast könnte nicht größer sein, wenn Sie vom historischen Asakusa ins hypermoderne Shibuya wechseln. Die Shibuya-Kreuzung gilt als die meistfrequentierte Fußgängerkreuzung der Welt – bei jeder Grünphase überqueren bis zu 3.000 Menschen gleichzeitig die Straße, ein faszinierendes Schauspiel urbaner Choreografie. Das nahegelegene Viertel Harajuku ist bekannt für extravagante Straßenmode und die ruhige Oase des Meiji-Schreins, der dem Meiji-Kaiser und seiner Gemahlin gewidmet ist. Der Schrein liegt inmitten eines ausgedehnten Waldes – mitten in der Megacity können Sie hier absolute Ruhe finden.
Für Panoramablicke über die endlose Stadtlandschaft besuchen Sie den Tokyo Skytree, mit 634 Metern das höchste Gebäude Japans, oder den klassischen Tokyo Tower. Aus dieser Vogelperspektive wird deutlich, wie riesig diese Stadt wirklich ist. Der Stadtteil Shinjuku bietet mit seinem Regierungsgebäude kostenfreie Aussichtsplattformen und ist zudem bekannt für sein Nachtleben – von winzigen Yakitori-Bars im Golden Gai-Viertel bis zu modernen Izakayas. Nicht verpassen sollten Sie den Ueno-Park mit seinen zahlreichen Museen und den Kaiserpalast mit seinen wunderschön angelegten Gärten, die nur zu bestimmten Zeiten zugänglich sind.
Hakone & Mount Fuji: Naturerlebnis am heiligen Berg
Nur etwa 100 Kilometer südwestlich von Tokio liegt die Region Hakone, die einen perfekten Kontrast zur Hektik der Hauptstadt bietet. Das Gebiet ist berühmt für seine heißen Quellen (Onsen), seine Kunstmuseen und vor allem für die spektakulären Ausblicke auf den Mount Fuji. Der heilige Berg Japans, mit 3.776 Metern die höchste Erhebung des Landes, ist bei klarem Wetter von vielen Punkten in Hakone aus sichtbar – besonders eindrucksvoll vom Ufer des Ashi-Sees, wo sich der schneebedeckte Gipfel im ruhigen Wasser spiegelt.
Eine Übernachtung in einem traditionellen Ryokan gehört zu den unvergesslichen Erlebnissen jeder Japan-Reise. Diese traditionsreichen Gasthäuser bieten Tatami Zimmer mit Futon-Betten, Yukata-Badegewändern und mehrgängigen Kaiseki-Abendessen. Der eigentliche Höhepunkt ist jedoch das Baden in den natürlichen heißen Quellen. Die meisten Ryokans verfügen über mehrere Onsen-Bäder, sowohl innen als auch im Freien (Rotenburo), die oft nach Geschlechtern getrennt sind. Das Baden in den mineralreichen, dampfenden Gewässern, während Sie auf die Berge oder – mit sehr viel Glück – auf den Mount Fuji blicken, ist pure Entspannung.
Die Hakone-Region bietet zudem hervorragende Möglichkeiten für Kunst- und Kulturliebhaber. Das Hakone Open-Air Museum kombiniert moderne Skulpturen mit der natürlichen Berglandschaft, während das Narukawa Art Museum japanische Malerei in einem Gebäude mit atemberaubendem Seeblick präsentiert. Der berühmte Hakone-Schrein mit seinem leuchtend roten Torii-Tor, das direkt am Seeufer steht, ist eines der meistfotografierten Motive Japans. Die Anreise von Tokio ist dank des exzellenten Zugnetzes problemlos möglich – mit dem Shinkansen erreichen Sie Odawara in etwa 35 Minuten, von dort bringt Sie ein Nahverkehrszug in die Hakone-Region.
Kyoto: Das historische Herz Japans mit seinen 2.000 Tempeln
Kyoto war über 1.000 Jahre lang die Hauptstadt Japans und blieb glücklicherweise im Zweiten Weltkrieg von Bombardierungen verschont, sodass das historische Erbe weitgehend erhalten blieb. Die Stadt beherbergt 17 UNESCO-Weltkulturerbestätten und ist das kulturelle und spirituelle Zentrum des Landes. Ein Besuch in Kyoto ist wie eine Zeitreise in das alte Japan – hier finden Sie die perfekte Verkörperung japanischer Ästhetik, von präzise angelegten Zen-Gärten bis zu prächtigen Tempelanlagen.
Der Kinkakuji, der Goldene Pavillon, gehört zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Japans. Die oberen Stockwerke dieses dreistöckigen Tempels sind komplett mit Blattgold überzogen, und die Spiegelung im umgebenden Teich schafft ein fast surreales Bild. Weniger bekannt, aber ebenso beeindruckend ist der Ginkakuji, der Silberne Pavillon, der von einem der schönsten Zen-Gärten Japans umgeben ist. Von hier aus beginnt der Philosophenweg, ein etwa zwei Kilometer langer Spazierweg entlang eines Kanals, der besonders zur Kirschblüte im Frühling von betörender Schönheit ist.
Das Viertel Gion ist Kyotos traditionelles Geisha-Viertel, wo Sie mit etwas Glück eine Geiko oder Maiko (Geisha oder Geisha-Lehrling in der Kyoto-Terminologie) auf dem Weg zu einem Engagement sehen können. Die alten Holzhäuser, gepflasterten Straßen und exklusiven Teehäuser strahlen eine Atmosphäre zeitloser Eleganz aus. Eine geführte Abendtour durch Gion bietet faszinierende Einblicke in diese geheimnisvolle Welt. Der Fushimi Inari-Schrein am südlichen Stadtrand ist berühmt für seine scheinbar endlosen Pfade, die von tausenden leuchtend roten Torii-Toren gesäumt werden – ein magischer Ort, besonders in den frühen Morgenstunden oder bei Dämmerung, wenn die Touristenmassen noch nicht oder nicht mehr da sind.
Osaka: Streetfood-Paradies und pulsierendes Nachtleben
Osaka liegt nur 30 Minuten mit dem Shinkansen von Kyoto entfernt und bildet einen lebhaften Kontrast zur kulturellen Ruhe der ehemaligen Kaiserstadt. Diese pulsierende Metropole im Westen Japans ist bekannt für ihre lockere Atmosphäre, ihr exzellentes Essen und die freundlichen, direkten Einwohner. Das Motto Osakas lautet "Kuidaore" – "iss, bis du umfällst" – und die Stadt nimmt diesen Auftrag sehr ernst. Osaka gilt als kulinarische Hauptstadt Japans, und ein Besuch hier ist ein Fest für die Sinne.
Die Dotonbori-Straße im Herzen des Namba-Viertels ist der Inbegriff von Osakas lebhafter Atmosphäre. Riesige, leuchtende Werbeschilder – darunter der berühmte laufende Glico-Mann und der mechanische Krabben-Werbeschild – schaffen eine fast surreale nächtliche Szenerie. Hier reihen sich unzählige Restaurants und Straßenstände aneinander, die lokale Spezialitäten anbieten: Takoyaki (Tintenfischbällchen), Okonomiyaki (herzhafte Pfannkuchen, die oft als "japanische Pizza" beschrieben werden), Kushikatsu (frittierte Spieße) und vieles mehr. Die Atmosphäre ist lebhaft und einladend, ganz anders als das manchmal reservierte Tokio.
Neben der Kulinarik bietet Osaka auch beeindruckende historische Sehenswürdigkeiten. Die Burg von Osaka ist eine der berühmtesten Burgen Japans und beeindruckt mit ihrer imposanten Architektur und den massiven Steinmauern. Obwohl die heutige Struktur eine Rekonstruktion aus dem 20. Jahrhundert ist, vermittelt sie dennoch einen Eindruck von der Macht der feudalen Kriegsherren. Der umliegende Nishinomaru-Garten ist besonders zur Kirschblütenzeit ein beliebter Ort für Hanami (Kirschblüten-Betrachtung). Für Ruhesuchende bietet der Sumiyoshi-Schrein, einer der ältesten Schreine Japans, eine friedliche Atmosphäre abseits der urbanen Hektik. Osakas zentrale Lage macht die Stadt auch zum idealen Ausgangspunkt für Tagesausflüge nach Kyoto, Nara oder sogar Kobe.
Japan intensiv erleben (3 Wochen): Zwischen Kultur und Alpen-Panorama
Die Japanischen Alpen: Takayama, Shirakawa-go und Kanazawa
Die Japanischen Alpen im Zentrum der Hauptinsel Honshu bieten eine völlig andere Facette Japans – hier dominieren spektakuläre Berglandschaften, traditionelle Dörfer und eine reiche handwerkliche Tradition. Takayama ist eine der besterhaltenen historischen Städte Japans und wird oft als "Klein-Kyoto der Berge" bezeichnet. Die Altstadt mit ihren traditionellen Holzhäusern aus der Edo-Zeit, den Sake-Brauereien und Handwerksbetrieben versprüht einen authentischen Charme. Das Sanmachi-Viertel mit seinen schmalen Straßen und gut erhaltenen Kaufmannshäusern lädt zum gemütlichen Schlendern ein. Besuchen Sie unbedingt eines der historischen Häuser wie das Yoshijima-ke oder Kusakabe Mingeikan, um einen Einblick in das Leben wohlhabender Händler zu erhalten.
Von Takayama aus erreichen Sie das märchenhafte Dorf Shirakawa-go, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Gassho-zukuri-Häuser mit ihren steilen, strohgedeckten Dächern, die an betende Hände erinnern, schaffen eine Atmosphäre wie aus einem Märchenbuch. Diese traditionelle Bauweise wurde entwickelt, um den schweren Schneefällen der Region standzuhalten – im Winter verwandelt sich das Dorf in eine verzauberte Schneelandschaft. Einige der Häuser sind zu Museen oder Gästehäusern umfunktioniert, und eine Übernachtung hier gehört zu den authentischsten Erlebnissen in Japan. Die Aussichtsplattform am Berghang bietet einen wunderbaren Panoramablick über das gesamte Dorf.
Kanazawa, die Hauptstadt der Präfektur Ishikawa an der Küste des Japanischen Meeres, war einst eine mächtige Burgstadt und Zentrum der Samurai-Kultur. Der Kenrokuen-Garten gilt als einer der drei schönsten Landschaftsgärten Japans und beeindruckt zu jeder Jahreszeit – von den Pflaumenblüten im späten Winter über das leuchtende Grün des Sommers bis zu den feurigen Herbstfarben. Das nahegelegene Schloss von Kanazawa wurde nach einem Brand sorgfältig rekonstruiert. Das Higashi-Chaya-Viertel mit seinen traditionellen Teehäusern und das Nagamachi-Viertel mit den ehemaligen Samurai-Residenzen vermitteln einen lebendigen Eindruck der feudalen Vergangenheit. Kanazawa ist auch berühmt für sein Blattgold-Handwerk – fast 99 Prozent der japanischen Blattgold-Produktion stammt aus dieser Stadt.
Hiroshima & Miyajima: Geschichte und das berühmte „schwebende" Torii
Hiroshima ist eine Stadt, die wie keine andere für den Frieden steht. Am 6. August 1945 wurde hier die erste Atombombe im Krieg abgeworfen, und die Stadt wurde nahezu vollständig zerstört. Heute ist Hiroshima eine moderne, lebendige Metropole, die ihre schmerzhafte Vergangenheit nicht vergessen hat, sondern sie als Mahnung und Auftrag für den Frieden bewahrt. Der Friedenspark im Zentrum der Stadt ist ein bewegender Ort der Erinnerung. Die Atombombenkuppel (Genbaku Dome), eines der wenigen Gebäude, die teilweise der Explosion standhielten, wurde als UNESCO-Weltkulturerbe erhalten und dient als eindrucksvolles Mahnmal. Das Friedensmuseum dokumentiert mit erschütternder Detailgenauigkeit die Ereignisse des 6. August und die Folgen der Bombardierung.
Trotz dieser schweren Geschichte ist Hiroshima heute eine optimistische Stadt mit einem ausgezeichneten kulinarischen Angebot – probieren Sie unbedingt Hiroshima-Okonomiyaki, eine lokale Variante des beliebten herzhaften Pfannkuchens, der hier mit Nudeln zubereitet wird. Die Burg von Hiroshima, ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert und nach dem Krieg rekonstruiert, und der schöne Shukkei-en-Garten bieten angenehme Kontrastprogramme. Der Garten wurde im 17. Jahrhundert für einen lokalen Fürsten angelegt und ist ein Meisterwerk der Landschaftsgestaltung mit Teichen, Brücken und Teehäusern.
Von Hiroshima ist es nur eine kurze Fahrt mit Zug und Fähre zur Insel Miyajima, einem der berühmtesten touristischen Ziele Japans. Die gesamte Insel gilt als heilig und beherbergt den spektakulären Itsukushima-Schrein, dessen leuchtend rotes Torii-Tor bei Flut im Wasser zu schweben scheint – eines der ikonischsten Bilder Japans. Der Schrein selbst ist auf Stelzen über dem Wasser erbaut und wurde bereits im 6. Jahrhundert gegründet. Bei Ebbe können Sie zum Torii-Tor hinausspazieren, bei Flut reflektiert es wunderschön im Wasser. Die bewaldeten Berge der Insel laden zu Wanderungen ein – der Aufstieg zum Mount Misen bietet spektakuläre Ausblicke über die Seto-Inlandsee. Freundliche (aber manchmal etwas freche) zahme Rehe streifen frei auf der Insel umher und sind zu einem weiteren Wahrzeichen geworden.
Nara: Besuch bei den heiligen Hirschen im Park
Nara, die erste feste Hauptstadt Japans (710-794 n.Chr.), liegt in angenehmer Nähe zu Kyoto und Osaka und ist perfekt für einen Tagesausflug geeignet. Die Stadt ist berühmt für ihre zahmen, frei lebenden Sikahirsche, die im weitläufigen Nara-Park umherstreifen. Diese über 1.000 Hirsche gelten als heilige Boten der Götter und sind erstaunlich zutraulich – sie verneigen sich sogar vor Besuchern, besonders wenn diese Shika-Senbei (spezielle Hirschkekse) anbieten. Die Begegnung mit diesen eleganten Tieren in einer urbanen Umgebung ist ein einzigartiges und charmantes Erlebnis, besonders für Kinder.
Der Todaiji-Tempel ist das architektonische Highlight Naras und beherbergt eine der größten Bronze-Buddha-Statuen der Welt. Die Daibutsu-den (Große Buddha-Halle) ist das größte vollständig aus Holz gebaute Gebäude der Welt und allein schon wegen seiner schieren Größe beeindruckend. Im Inneren thront der über 15 Meter hohe Vairocana-Buddha in meditativer Ruhe. Eine der hölzernen Säulen der Halle hat ein Loch in ihrer Basis, das angeblich die Größe eines Nasenlochs des Buddha hat – der Legende nach bringt es Glück, hindurchzukrabbeln, was vor allem bei Kindern sehr beliebt ist.
Neben dem Todaiji gibt es weitere bedeutende Tempelanlagen in Nara. Der Kasuga-Taisha-Schrein ist berühmt für seine tausenden Stein- und Bronze-Laternen, die den Weg zum Schrein säumen und bei speziellen Festen entzündet werden, wodurch eine magische Atmosphäre entsteht. Der Kofukuji-Tempel mit seiner fünfstöckigen Pagode ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Der Isuien-Garten, ein wunderschön angelegter Landschaftsgarten mit Teehaus, bietet einen ruhigen Rückzugsort vom Trubel der touristischen Hauptattraktionen. Nara verbindet auf wunderbare Weise Natur, Kultur und Geschichte und ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder ausführlichen Japan-Rundreise.
Geheimtipps abseits der Massen: Der Norden und Süden
Hokkaido: Wildnis, Vulkane und die besten Skigebiete für den Winter
Hokkaido, die nördlichste der vier Hauptinseln Japans, ist ein Paradies für Naturliebhaber und Outdoor-Enthusiasten. Die Insel bietet eine raue, wilde Schönheit, die sich deutlich vom Rest Japans unterscheidet – hier gibt es mehr Platz, weniger Menschen und eine Natur, die noch weitgehend unberührt wirkt. Die Winter auf Hokkaido sind lang und schneereich, was die Insel zu einem weltberühmten Wintersportziel macht. Niseko ist international bekannt für seinen unglaublich leichten, pulvrigen Schnee und zieht Skifahrer und Snowboarder aus aller Welt an. Auch Furano und Rusutsu bieten erstklassige Pisten und hervorragende Infrastruktur.
Abseits der Skipisten bietet Hokkaido spektakuläre Naturerlebnisse. Der Daisetsuzan-Nationalpark ist der größte Nationalpark Japans und beherbergt einige der höchsten Berge der Insel sowie eine vielfältige alpine Flora und Fauna. Im Herbst verwandeln sich die Berghänge in ein leuchtendes Meer aus Rot-, Orange- und Gelbtönen. Der Akan-Mashu-Nationalpark im Osten Hokkaidos ist bekannt für seine Vulkanseen – der tiefblaue Mashu-See gilt als einer der klarsten Seen der Welt, und der Kussharo-See bietet natürliche heiße Quellen am Ufer, in denen Sie baden können, während Sie auf den See blicken.
Die Küstenregionen Hokkaidos bieten ebenfalls einzigartige Erlebnisse. Der Shiretoko-Nationalpark an der nordöstlichen Halbinsel ist UNESCO-Weltnaturerbe und einer der letzten unberührten Wildnisgebiete Japans. Im Winter können Sie hier Treibeis beobachten, das von Sibirien herantreibt – ein seltenes Phänomen in diesen Breitengraden. Braunbären, Rotwild und seltene Vogelarten leben in diesem abgelegenen Gebiet. Die Stadt Hakodate im Süden der Insel verzaubert mit ihrer historischen Architektur aus der Zeit, als sie einer der ersten japanischen Häfen war, die für ausländischen Handel geöffnet wurden. Der nächtliche Blick vom Berg Hakodate auf die beleuchtete Stadt gilt als einer der schönsten Japans. Die Küche Hokkaidos ist ebenfalls herausragend – frische Meeresfrüchte, Ramen mit reicher Miso-Brühe, Jingisukan (gegrilltes Lammfleisch) und Milchprodukte von höchster Qualität.
Kyushu: Onsens in Beppu und subtropisches Flair
Kyushu, die südlichste der vier japanischen Hauptinseln, bietet ein wärmeres Klima, aktive Vulkane, unzählige heiße Quellen und eine reiche Geschichte. Die Insel ist weniger von internationalen Touristen besucht als die klassische Golden Route, was sie zu einem authentischen Reiseziel für alle macht, die das "echte" Japan erleben möchten. Beppu an der Ostküste ist berühmt als die heiße-Quellen-Hauptstadt Japans – nirgendwo sonst auf der Welt tritt mehr heißes Quellwasser aus dem Boden. Die Stadt bietet verschiedenste Arten von Onsen-Bädern, von Sand- und Schlammbädern bis zu traditionellen Thermalbädern.
Besonders eindrucksvoll sind die "Höllen von Beppu" (Jigoku), acht spektakuläre heiße Quellen, die wegen ihrer extremen Temperaturen und oft ungewöhnlichen Farben nicht zum Baden geeignet sind, aber faszinierende Naturschauspiele darstellen. Das Umi Jigoku (Meer-Hölle) leuchtet in einem intensiven Kobaltblau, das Chinoike Jigoku (Blutteich-Hölle) ist leuchtend rot gefärbt durch eisenhaltige Mineralien. In Beppu können Sie sogar in Onsen-dampfgaren Gerichte probieren, die mit der natürlichen Erdwärme zubereitet werden – eine lokale Spezialität, die man sonst nirgendwo findet.
Nagasaki an der Westküste Kyushus hat eine bewegte und tragische Geschichte als zweite Stadt, die 1945 von einer Atombombe getroffen wurde. Heute ist die Stadt ein lebendiges Zentrum mit einzigartigem Charakter, geprägt von Jahrhunderten des Kontakts mit dem Westen. Während der japanischen Isolation war Nagasaki der einzige Ort, an dem begrenzter Handel mit den Niederlanden stattfinden durfte. Dieser europäische Einfluss ist noch heute sichtbar in der Architektur und Kultur. Der Friedenspark und das Atombombenmuseum erinnern an die Tragödie von 1945. Die künstliche Insel Dejima, wo einst die niederländischen Händler lebten, wurde rekonstruiert und bietet faszinierende Einblicke in diese einzigartige Periode der Geschichte.
Tohoku: Unberührte Natur und authentische Feste im Nordosten
Die Tohoku-Region im Nordosten Honshus ist eine der am wenigsten touristisch erschlossenen Gegenden Japans und bietet authentische Einblicke in das ländliche Japan. Die dramatische Küstenlandschaft, tiefen Täler, uralten Tempel und herzlichen Menschen machen Tohoku zu einem Geheimtipp für alle, die abseits der ausgetretenen Pfade reisen möchten. Die Region wurde 2011 vom verheerenden Tsunami schwer getroffen, hat sich aber mit bemerkenswerter Widerstandskraft erholt und heißt Besucher herzlich willkommen.
Die Küstenregion Sanriku Fukko mit ihren zerklüfteten Klippen und malerischen Fischerdörfern bietet spektakuläre Naturschönheit. Matsushima Bay bei Sendai gilt mit ihren über 260 bewaldeten kleinen Inseln als eine der drei schönsten Landschaften Japans. Eine Bootsfahrt durch die Bucht, besonders bei Sonnenuntergang, ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Stadt Sendai selbst, die größte in Tohoku, bietet eine angenehme Mischung aus Modernität und Tradition und ist ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen der Region. Die Burg Sendai und das zugehörige Museum erzählen die Geschichte des berühmten Feudalherren Date Masamune.
Im Landesinneren beeindruckt das Oirase-Tal mit seiner üppigen, grünen Schlucht und dem kristallklaren Gebirgsbach, gesäumt von moosbedeckten Felsen und Wasserfällen. Der nahegelegene Towada-See, ein Kratersee in den Bergen, bietet friedliche Wanderwege und im Herbst eine atemberaubende Laubfärbung. Hirosaki im Norden ist berühmt für seine gut erhaltene Burg und besonders für die spektakuläre Kirschblüte im Frühjahr – der Hirosaki-Park beherbergt über 2.600 Kirschbäume und ist während der Blütezeit ein magischer Ort. Die Region ist auch bekannt für ihre traditionellen Feste, wie das Nebuta Matsuri in Aomori, bei dem riesige, beleuchtete Papierlaternen in Form von Kriegern und mythologischen Figuren durch die Straßen getragen werden – ein farbenfrohes Spektakel, das tief in der lokalen Tradition verwurzelt ist.
Praktische Tipps für Ihre Japan-Rundreise
Beste Reisezeit: Kirschblüte oder Herbstlaub
Die Wahl der richtigen Reisezeit kann Ihre Japan-Erfahrung maßgeblich beeinflussen. Japan bietet zu jeder Jahreszeit besondere Reize, aber zwei Perioden stechen besonders hervor: die Kirschblütenzeit im Frühling und die Herbstlaubfärbung. Die Kirschblüte (Sakura) ist zweifellos die berühmteste Jahreszeit in Japan und zieht Besucher aus aller Welt an. Die zarten rosa-weißen Blüten erscheinen je nach Region zwischen Ende März und Anfang Mai, wobei die Hauptblütezeit in Tokio und Kyoto typischerweise in der ersten Aprilwoche liegt. Die Blüte dauert nur etwa eine Woche, und ihre Vergänglichkeit macht sie umso kostbarer in der japanischen Kultur.
Während der Sakura-Saison verwandeln sich Parks und Tempel in märchenhafte Landschaften. Das Hanami (Kirschblüten-Betrachtung) ist ein jahrhundertealtes Ritual, bei dem Familien, Freunde und Kollegen unter den blühenden Bäumen picknicken. Der Ueno-Park in Tokio, der Maruyama-Park in Kyoto und die Burg Himeji gehören zu den schönsten Orten für Hanami. Allerdings ist dies auch die touristisch intensivste Zeit – Hotels sind teurer und oft Monate im Voraus ausgebucht, Sehenswürdigkeiten sind überfüllt, und Sie müssen mit höheren Preisen rechnen. Wer die Menschenmassen scheut, sollte eher die weniger bekannten Regionen besuchen oder früh morgens zu den beliebten Spots gehen.
Der Herbst (November bis Anfang Dezember) bietet eine mindestens ebenso spektakuläre Naturschönheit: die Laubfärbung (Koyo oder Momiji). Die Ahornbäume, für die Japan berühmt ist, färben sich in leuchtenden Rot-, Orange- und Gelbtönen, während Ginkgobäume ein strahlendes Gold beisteuern. Die Herbstfarben beginnen im Norden und in den Bergen und wandern langsam nach Süden. Kyoto ist im Herbst besonders bezaubernd – Tempel wie der Tofukuji mit seinem Ahorn-Korridor oder der Eikando-Tempel sind Höhepunkte. Der Herbst ist etwas weniger überlaufen als die Kirschblütenzeit, und das Wetter ist in der Regel mild und angenehm.
Transport: Lohnt sich der Japan Rail Pass noch?
Der Japan Rail Pass war jahrzehntelang das ultimative Transportmittel für ausländische Touristen und bot unbegrenzte Fahrten auf den meisten JR-Zügen, einschließlich der meisten Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge. Im Oktober 2023 wurden die Preise jedoch deutlich erhöht, was viele Reisende verunsichert. Ein 7-Tage-Pass kostet nun etwa 400 Euro (für normale Klasse), verglichen mit früher etwa 280 Euro. Die Frage, ob sich der Pass lohnt, hängt jetzt stark von Ihrer konkreten Reiseroute ab und erfordert sorgfältige Kalkulation.
Für die klassische Golden Route (Tokio - Hakone/Mount Fuji - Kyoto - Osaka) mit einigen zusätzlichen Tagesausflügen lohnt sich der 7-Tage-Pass in vielen Fällen immer noch. Eine einfache Fahrt von Tokio nach Kyoto mit dem Shinkansen kostet etwa 130 Euro, Tokio nach Hiroshima etwa 180 Euro. Wenn Sie also mehrere Langstreckenfahrten planen, kann der Pass wirtschaftlich sinnvoll sein. Für kürzere Strecken oder Reisen, die sich auf eine Region konzentrieren, sind regionale JR-Pässe oder Einzeltickets oft günstiger. Regionale Pässe wie der JR East Pass (Tohoku-Region) oder der JR West Pass (Kansai-Hiroshima-Region) kosten deutlich weniger und decken spezifische Gebiete ab.
Wichtig zu beachten: Der JR Pass deckt nur JR-Linien ab, nicht die privaten Bahngesellschaften oder U-Bahnen in den Städten. Für den Stadtverkehr in Tokio, Osaka oder Kyoto benötigen Sie separate Tickets oder Tageskarten. Hier empfiehlt sich die Anschaffung einer IC-Karte (Suica in Tokio oder ICOCA in Osaka/Kyoto) – einer wiederaufladbaren Chipkarte, mit der Sie nicht nur alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, sondern auch in Convenience Stores und an Automaten bezahlen können. Diese Karten funktionieren mittlerweile landesweit und ersparen Ihnen das mühsame Kaufen von Einzeltickets. Der Japan Rail Pass muss übrigens vor Ihrer Ankunft in Japan gekauft werden (Sie erhalten einen Voucher, den Sie in Japan gegen den eigentlichen Pass eintauschen), während regionale Pässe teilweise auch in Japan erworben werden können.
Etikette: Wichtige Verhaltensregeln für Touristen
Japan ist bekannt für seine höflichen Umgangsformen und komplexen sozialen Regeln. Als Tourist wird von Ihnen nicht erwartet, dass Sie alle Feinheiten kennen, aber einige grundlegende Verhaltensregeln zu beachten, zeigt Respekt und wird von den Einheimischen sehr geschätzt. Die wichtigste Regel lautet: Seien Sie rücksichtsvoll und bemühen Sie sich, andere nicht zu stören. In öffentlichen Verkehrsmitteln wird erwartet, dass Sie leise sprechen oder idealerweise gar nicht telefonieren. Die Japaner selbst schweigen oft während der gesamten Fahrt. Stellen Sie Ihr Handy auf lautlos und vermeiden Sie laute Unterhaltungen.
Das Thema Schuhe ist in Japan von großer Bedeutung. In vielen Situationen müssen Sie Ihre Schuhe ausziehen: in traditionellen Ryokans, Tempeln (nicht immer, achten Sie auf Hinweise), in manchen Restaurants und natürlich in Privathäusern. Meist finden Sie am Eingang einen Bereich mit einem Absatz oder Schuhablagen. Ziehen Sie hier die Schuhe aus und stellen Sie sie ordentlich mit den Spitzen zur Tür hin ab. Oft werden Ihnen Hausschuhe angeboten. Wichtig: Diese Hausschuhe dürfen niemals auf Tatami-Matten getragen werden – hier geht man entweder in Socken oder barfuß. In Toilettenräumen finden Sie spezielle WC-Hausschuhe, die nur dort getragen werden dürfen. Vergessen Sie nicht, diese wieder auszuziehen, wenn Sie die Toilette verlassen.
Trinkgeld ist in Japan unüblich und kann sogar als unhöflich empfunden werden. Die Japaner sind stolz darauf, exzellenten Service ohne zusätzliche Belohnung zu bieten. In Restaurants ist die Servicegebühr bereits im Preis enthalten. Wenn Sie Trinkgeld geben möchten, könnte dies den Empfänger in eine unangenehme Lage bringen. Beim Essen gibt es weitere wichtige Regeln: Stecken Sie niemals Ihre Essstäbchen senkrecht in den Reis (dies erinnert an Bestattungsrituale), und reichen Sie keine Speisen direkt von Stäbchen zu Stäbchen (ebenfalls mit Bestattungsritualen assoziiert). Schlürfen bei Nudelsuppen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht – es zeigt, dass das Essen schmeckt und kühlt die heißen Nudeln. In Onsen und öffentlichen Bädern ist es wichtig, sich vor dem Betreten des gemeinsamen Beckens gründlich zu waschen. Badebekleidung ist in traditionellen Onsen nicht erlaubt. Tätowierungen können in einigen Onsen problematisch sein, da sie traditionell mit der Yakuza (japanische Mafia) assoziiert werden, obwohl moderne Bäder zunehmend toleranter werden.
Was kostet eine Japan-Rundreise?
Japan hat den Ruf, ein teures Reiseland zu sein, und in mancher Hinsicht stimmt das auch. Allerdings gibt es in allen Preiskategorien Möglichkeiten, und mit sorgfältiger Planung lässt sich eine Japan-Reise auch mit kleinerem Budget realisieren. Die Kosten variieren stark je nach Reisestil, Saison und gewählten Unterkünften. Im Folgenden eine Übersicht über die zu erwartenden Ausgaben für verschiedene Budgetkategorien (Preise pro Person und Tag, ohne internationale Flüge).
Reisen mit kleinem Budget (50-80 Euro pro Tag): Diese Kategorie eignet sich für Backpacker und sparsame Reisende. Übernachtung in Hostels oder günstigen Capsule Hotels (20-35 Euro pro Nacht), Mahlzeiten hauptsächlich in Convenience Stores, günstigen Ramen-Restaurants oder Kaiten-Sushi-Ketten (15-25 Euro pro Tag für alle Mahlzeiten). Transport mit lokalen Zügen statt Shinkansen wo möglich oder Nutzung von Nachtbussen für Langstrecken. Kostenfreie oder günstige Aktivitäten wie Tempel- und Schreinbesuche, Stadtparks und kostenfreie Aussichtsplattformen bevorzugen. Mit diesem Budget können Sie Japan definitiv bereisen, müssen aber Kompromisse bei Komfort und Geschwindigkeit eingehen.
Reisen mit moderatem Budget (120-180 Euro pro Tag): Dies ist die Kategorie, in der die meisten europäischen Touristen reisen. Übernachtung in Business Hotels oder günstigen 3*-Hotels (60-90 Euro pro Nacht im Doppelzimmer pro Person), gelegentliche Übernachtung in einem guten Ryokan mit Halbpension. Mahlzeiten in einer Mischung aus günstigeren Restaurants und gelegentlichen gehobenen Essen (30-50 Euro pro Tag). Nutzung des Japan Rail Pass für bequeme Shinkansen-Fahrten. Eintrittsgelder für wichtige Sehenswürdigkeiten und gelegentliche geführte Touren. Dieses Budget ermöglicht eine komfortable Reise mit guter Balance zwischen Erlebnis und Kosten.
Luxus-Reise (250-500+ Euro pro Tag): Für Reisende, die sich etwas gönnen möchten. Übernachtung in 4*- und 5*-Hotels in bester Lage oder hochwertigen Ryokans mit privatem Onsen (150-400+ Euro pro Nacht pro Person). Gehobene Restaurants, eventuell Sterneküche, Kaiseki-Menüs (80-150+ Euro pro Tag für Mahlzeiten). Private Guides für individuelle Touren, Erst-Klasse-Zugtickets oder Green Car im Shinkansen. Hochwertige Souvenirs und Erlebnisse wie private Teezeremonien oder Geisha-Aufführungen. In dieser Kategorie sind die Möglichkeiten in Japan nahezu grenzenlos, und Sie werden erstklassigen Service und unvergessliche Erlebnisse genießen.
Zusätzlich zu den täglichen Kosten sollten Sie den internationalen Flug einkalkulieren, der je nach Saison und Buchungszeitpunkt zwischen 600 und 1.500 Euro kosten kann. Direktflüge sind teurer, aber zeitlich effizienter. Reiseversicherung, Visakosten (für deutsche Staatsangehörige bei touristischen Aufenthalten bis 90 Tage nicht erforderlich) und Souvenirs kommen ebenfalls hinzu. Insgesamt sollten Sie für eine zweiwöchige Rundreise in der Mittelklasse-Kategorie mit Gesamtkosten von etwa 3.000 bis 4.500 Euro pro Person rechnen, einschließlich Flug. Wer bereit ist, bei Unterkunft und Verpflegung Abstriche zu machen, kann mit 2.000 bis 2.500 Euro auskommen, während Luxusreisende leicht 6.000 Euro und mehr ausgeben können.
Häufig gestellte Fragen zu Japan-Rundreisen (FAQ):
Brauche ich ein Visum für Japan?
Deutsche Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum für Japan. Bei der Einreise erhalten Sie am Flughafen eine Aufenthaltserlaubnis als "Temporary Visitor" für zunächst 90 Tage. Sie benötigen lediglich einen Reisepass, der bei Einreise noch mindestens für die Dauer des Aufenthalts gültig ist (empfohlen werden jedoch sechs Monate Restgültigkeit). Bei der Einreise sollten Sie ein Rück- oder Weiterreiseticket sowie einen Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel vorweisen können. Die Einreisebestimmungen können sich ändern, daher ist es ratsam, vor der Abreise die aktuellen Informationen auf der Website des Auswärtigen Amts zu überprüfen. Für Aufenthalte über 90 Tage oder zu anderen Zwecken als Tourismus benötigen Sie ein entsprechendes Visum, das Sie vor der Reise bei der japanischen Botschaft oder einem Konsulat beantragen müssen.
Wie viele Tage sollte ich für eine Japan-Rundreise einplanen?
Die ideale Dauer hängt davon ab, wie viel Sie sehen möchten und wie tief Sie in die japanische Kultur eintauchen wollen. Für eine erste Rundreise mit den Klassikern Tokio, Hakone/Mount Fuji, Kyoto und Osaka sollten Sie mindestens 10 bis 14 Tage einplanen. Dies gibt Ihnen genug Zeit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besuchen, ohne zu hetzen, und erlaubt auch einige Tagesausflüge. Mit zwei Wochen können Sie die Golden Route komfortabel bereisen und haben auch Zeit, das Tempo etwas zu drosseln und die Atmosphäre der Orte auf sich wirken zu lassen. Wenn Sie zusätzlich die Japanischen Alpen (Takayama, Kanazawa) oder Hiroshima besuchen möchten, sind 16 bis 21 Tage ideal. Dieser Zeitraum ermöglicht es Ihnen, auch weniger bekannte Regionen zu erkunden und tiefere Einblicke in unterschiedliche Facetten Japans zu gewinnen. Für Reisen, die auch den Norden (Tohoku oder Hokkaido) oder den Süden (Kyushu) einschließen, sollten Sie mindestens drei Wochen einplanen. Japan ist ein Land, das man bei wiederholten Besuchen immer besser kennenlernt, daher ist es durchaus sinnvoll, sich beim ersten Mal auf eine Region zu konzentrieren und für weitere Besuche zurückzukehren.
Ist es schwierig, sich in Japan ohne Japanischkenntnisse zurechtzufinden?
Obwohl die Sprachbarriere in Japan durchaus eine Herausforderung darstellen kann, ist es als Tourist dennoch gut möglich, sich zurechtzufinden, besonders in den touristischen Hauptregionen. In Tokio, Kyoto, Osaka und anderen großen Städten sind viele Schilder zweisprachig (Japanisch und Englisch), und das öffentliche Verkehrssystem ist für ausländische Besucher gut zugänglich. Alle Bahnhöfe haben englische Ansagen und Beschriftungen, und Fahrkartenautomaten bieten meist eine englische Spracheinstellung. Viele Restaurants in touristischen Gebieten haben Speisekarten mit Bildern oder Plastikmodellen der Gerichte im Schaufenster, was die Bestellung erheblich erleichtert. In Hotels und an Touristeninformationszentren wird in der Regel Englisch gesprochen, wobei das Niveau variieren kann. Außerhalb der Haupttouristenzentren können die Englischkenntnisse deutlich abnehmen, aber die Japaner sind ausgesprochen hilfsbereit und bemühen sich, Ihnen weiterzuhelfen, auch wenn die sprachliche Verständigung schwierig ist. Es ist hilfreich, eine Übersetzungs-App auf dem Smartphone zu haben (Google Translate funktioniert auch offline, wenn Sie vorher die Sprachpakete herunterladen). Besonders nützlich ist die Kamera-Funktion, mit der Sie japanische Schriftzeichen fotografieren und übersetzen lassen können. Ein kleiner Sprachführer oder zumindest einige grundlegende Höflichkeitsformeln auf Japanisch (Guten Tag, Danke, Entschuldigung) werden sehr geschätzt und öffnen oft Türen. Insgesamt sollte die Sprachbarriere Sie nicht davon abhalten, Japan zu bereisen – mit etwas Geduld, Flexibilität und moderner Technologie kommen Sie sehr gut zurecht.
Japan ist ein Land voller Kontraste, das Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verbindet. Von den leuchtenden Straßen Tokios über die stillen Tempelgärten Kyotos bis zu den unberührten Landschaften Hokkaidos bietet das Land der aufgehenden Sonne unvergessliche Erlebnisse für jeden Reisenden. Mit sorgfältiger Planung, Respekt für die lokalen Gepflogenheiten und Offenheit für neue Erfahrungen wird Ihre Japan-Rundreise zu einem Highlight Ihres Reiselebens. Ob Sie sich für die klassische Golden Route entscheiden oder abgelegene Pfade erkunden, Japan wird Sie mit seiner Schönheit, Kultur und Gastfreundschaft verzaubern.
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